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Von bis zu einer Stunde auf fünf Minuten

fonlos · Automatisierung des Produktmanagements

Ein neues Mietprodukt anzulegen dauerte bis zu einer Stunde, band bis zu drei Personen und bestand aus mehreren hundert Einzelschritten. In einem einzigen Aufgabenbereich trafen damit zwei Engpässe zusammen: der Zeitaufwand auf der einen Seite, auf der anderen ein Wissen, das ausschließlich bei wenigen Mitarbeitern lag — die dadurch für andere Aufgaben fehlten.

Ausgangslage

Bevor ein Mietprodukt auf neo.fonlos.de buchbar ist, muss viel zusammenkommen: Recherche zu Modell, Ausstattung und technischen Daten, gepflegte Stammdaten, Beschreibungstexte, Produktbilder und schließlich die Veröffentlichung in Warenwirtschaft und Website. Über Jahre war daraus ein Ablauf mit mehreren hundert Einzelschritten gewachsen, verteilt über mehrere Systeme.

Die Folgen zeigten sich weniger in der Zeit als in der Organisation. Der Ablauf war zwar in der Wissensdatenbank dokumentiert, aber eine Dokumentation muss gelesen, verstanden und geübt werden, bevor sie angewendet werden kann. Die Einarbeitung dauerte entsprechend lange, unerfahrene Mitarbeiter machten zwangsläufig Fehler, und bei Ausfall oder Fluktuation stand der Prozess. Ein Ablauf, den nur wenige beherrschen, macht ein Unternehmen von einzelnen Personen abhängig.

Strategische Frage

Ein Nutzungsmodell lebt davon, dass das Sortiment wächst und aktuell bleibt. Wenn jedes neue Produkt eingearbeitete Mitarbeiter bindet, wächst der Personalbedarf im gleichen Takt wie das Angebot – und jede Krankheit, jeder Urlaub und jeder Personalwechsel bremst das Geschäft. Die Frage war deshalb, wie sich ein Sortiment erweitern lässt, ohne dass Aufwand und Personenabhängigkeit mitwachsen.

Meine Rolle

Im Rahmen des Business Designs entstand zunächst die Analyse des Ablaufs, daraus der digitale Prozess, die fachliche Logik der Software und die Konzeption der KI-gestützten Funktionen. Die Anwendung habe ich selbst entwickelt, KI-gestützt, und gemeinsam mit der Geschäftsführung an die bestehenden Systeme angebunden. Erprobt wurde sie im laufenden Betrieb von den Mitarbeitern, die täglich damit arbeiten; ihr Feedback bestimmte die Weiterentwicklung in kleinen Schritten.

Analyse & Entscheidung

Bei der Analyse zeigte sich, dass der Prozess aus zwei sehr unterschiedlichen Arten von Arbeit bestand. Ein Teil war Urteilsarbeit: Welches Produkt passt ins Sortiment, wie wird es eingeordnet, was ist der richtige Preis. Der weitaus größere Teil war Übertragungsarbeit – Daten suchen, abtippen, umformatieren, in ein weiteres System kopieren.

Diese Übertragungsarbeit erzeugte den gesamten Schulungsaufwand und fast alle Fehler, ohne fachlich etwas beizutragen. Sie war der richtige Ansatzpunkt.

Ein schnellerer Ablauf hätte daran wenig geändert. Nötig war ein anderer Aufbau: ein durchgehender Prozess, in dem die Recherche der Produktdaten, die Erzeugung von Beschreibungstexten und Produktbildern sowie die Übergabe an Warenwirtschaft und Website zusammenhängen. Die Mitarbeiter geben das Produkt vor, prüfen die Ergebnisse und treffen die Entscheidungen, die Anwendung übernimmt die Übertragung.

Damit wanderte das Prozesswissen aus den Köpfen in die Anwendung. Wer neu dazukommt, muss den Ablauf nicht mehr auswendig können, sondern das Ergebnis beurteilen – eine Fähigkeit, die deutlich schneller vermittelt ist.

Umsetzung

Entstanden ist eine teilautomatisierte Anwendung, die Produktrecherche und Datenermittlung, die Generierung von Texten und Produktbildern sowie den Launch in Warenwirtschaftssystem und Onlineauftritt miteinander verbindet. Die Mitarbeiter behalten die Kontrolle über Auswahl, Freigabe und Korrektur.

Ergebnis

Das Anlegen eines Produkts reduzierte sich von bis zu einer Stunde und bis zu drei beteiligten Personen auf etwa fünf Minuten und eine Person. Zugleich sanken Fehleranfälligkeit und Schulungsaufwand, und die Abhängigkeit von einzelnen Personen entfiel.

Für das Geschäftsmodell war das die Voraussetzung dafür, das Sortiment laufend zu erweitern, ohne dafür Personal aufzubauen.

Der Fall zeigt, wie ich digitale und KI-gestützte Lösungen entwickle: Am Anfang steht die Frage, welche Arbeit tatsächlich Urteilsvermögen erfordert und welche nur Zeit kostet. Technik setzt danach dort an, wo sie fachlich nichts wegnimmt – und die Menschen behalten die Entscheidungen.

Kennzahlen

1
zusammenhängender Ablauf statt mehrere hundert Einzelschritte
1
Person statt bis zu 3 Mitarbeiter notwendig
5
Minuten Bearbeitungszeit statt bis zu eine Stunde