Transparenz zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz
KI ist gekommen, um zu bleiben.
Künstliche Intelligenz wird unsere Art zu arbeiten, zu forschen und Wissen zu verarbeiten nachhaltig verändern. Ich halte es deshalb weder für sinnvoll, diese Entwicklung zu ignorieren, noch dafür, KI unkritisch einzusetzen.
Mein Ansatz ist ein anderer: Die Möglichkeiten der Technologie nutzen – und gleichzeitig klare Regeln für ihren Einsatz definieren.
Gerade dort, wo fachliche oder wissenschaftliche Qualität zählt, muss nachvollziehbar bleiben, worauf Aussagen beruhen und wer für sie Verantwortung übernimmt. Deshalb möchte ich transparent machen, wie ich KI nutze und welche Standards dabei für mich gelten.
Ich nutze KI nicht als Ersatz für Wissen, Urteilskraft und strategische Arbeit. Ich setze sie innerhalb eines strukturierten Arbeitsprozesses ein: mit fundiertem Kontext, klaren Qualitätskriterien, verbindlichen Quellen, Regeln gegen unbelegte Annahmen und anschließender fachlicher Prüfung.
Dadurch kann ich Informationen effizienter strukturieren, Perspektiven schneller vergleichen und Ergebnisse präziser ausarbeiten. Die strategische Bewertung, Auswahl und Verantwortung bleiben bei mir.
1. Wofür ich KI nutze – und wofür nicht
Ich verstehe KI als leistungsfähiges Arbeitsinstrument. Sie kann Informationen strukturieren, umfangreiche Inhalte analysieren, Zusammenhänge sichtbar machen, unterschiedliche Perspektiven gegenüberstellen, Varianten entwickeln und bestehende Gedanken weiterführen.
Je nach Projekt nutze ich sie beispielsweise für:
- Strukturierung und Auswertung von Informationen, Dokumenten, Briefings oder Notizen
- Zusammenfassungen und vorbereitende Analysen
- Rechercheunterstützung und Quellenordnung
- Perspektivwechsel und Gegenargumentationen
- Entwicklung und Vergleich unterschiedlicher Varianten
- sprachliche Präzisierung und Überarbeitung
- Prüfung auf Verständlichkeit, Konsistenz, Widersprüche und Informationslücken
Was ich ihr nicht übertrage, sind die fachliche und strategische Verantwortung und die abschließende Bewertung.
KI entscheidet nicht für mich, welche Positionierung richtig ist, wie Informationen fachlich einzuordnen sind oder welche Empfehlung ich einem Unternehmen gebe. Sie ersetzt weder mein Vorwissen noch meine Auseinandersetzung mit einem Unternehmen, seinem Markt, seinen Zielen und seiner individuellen Situation.
KI liefert mir Arbeitsmaterial. Was daraus wird, entscheide ich.
2. Wie ich mit KI arbeite
Die Qualität eines KI-Ergebnisses hängt wesentlich davon ab, mit welchem Kontext, welchen Regeln und welchen Qualitätsanforderungen ein System arbeitet.
Deshalb beschränkt sich meine Nutzung nicht auf allgemeine Aufforderungen wie „Schreibe einen Text“ oder „Entwickle eine Strategie“.
Abhängig von der Aufgabe definiere ich unter anderem:
- Ziel, Zweck und Nutzungskontext
- relevante Informationen und verbindliche Quellen
- strategische Ausgangslage und Zielgruppe
- Begriffe und fachliche Rahmenbedingungen
- gewünschte Perspektiven und Gegenperspektiven
- Qualitätskriterien und deren Prioritäten
- Tonalität, Aufbau und sprachliche Grenzen
- Regeln für Quellen, Fakten und Unsicherheiten
- erforderliche Prüf- und Kontrollschritte
Komplexe Aufgaben können dabei bewusst in mehrere Schritte zerlegt werden: beispielsweise Analyse, Entwicklung, Gegenprüfung, Faktenprüfung und erst anschließend Formulierung.
So nutze ich KI nicht nur, um schneller Ergebnisse zu erzeugen, sondern auch, um Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven zu hinterfragen.
3. Meine Regeln für Fakten, Quellen und Unsicherheit
KI kann überzeugend formulieren und trotzdem falsch liegen. Sie kann Informationslücken mit plausibel klingenden Annahmen füllen, Zusammenhänge vereinfachen oder sogar Quellen erzeugen, die nicht existieren.
Hinzu kommt eine weniger offensichtliche Grenze: KI ist nicht neutral. Ergebnisse können durch Trainingsdaten, die Auswahl und Darstellung von Informationen, sprachliche Muster und die Art der Fragestellung beeinflusst sein. Bestehende gesellschaftliche oder kulturelle Verzerrungen können sich in Antworten fortsetzen. Und auch der Mensch vor dem System ist nicht neutral: Schon die Formulierung einer Frage kann bestimmte Antworten wahrscheinlicher machen.
Gerade mit meinem kognitionswissenschaftlichen Hintergrund ist mir bewusst, wie stark Wahrnehmung, Vorannahmen, Framing und kognitive Verzerrungen die Verarbeitung und Bewertung von Informationen beeinflussen können – bei Menschen ebenso wie in der Mensch-KI-Interaktion. Deshalb gehört für mich zum professionellen Einsatz von KI auch, Ergebnisse nicht nur auf offensichtliche Fehler, sondern auf mögliche Verzerrungen, einseitige Perspektiven und implizite Annahmen zu prüfen.
Deshalb gelten für meine Arbeit klare Grundsätze:
- Fehlende Informationen dürfen nicht einfach durch Vermutungen ersetzt werden.
- Annahmen dürfen nicht als Tatsachen dargestellt werden.
- Unsicherheiten und widersprüchliche Informationen sollen sichtbar werden.
- Fakten, Interpretation, Annahme und Vorschlag werden soweit erforderlich voneinander getrennt.
- Zahlen, Zitate, Studien und Quellen werden nicht allein deshalb übernommen, weil eine KI sie nennt.
- Überprüfbare Aussagen werden bei entsprechender Relevanz anhand geeigneter Quellen kontrolliert.
- Mögliche Verzerrungen, einseitige Perspektiven und implizite Annahmen werden bei der Bewertung berücksichtigt.
- Bei wissenschaftlichen Aussagen achte ich insbesondere auf Quellenqualität, Aktualität, Methodik, Geltungsbereich sowie die Unterscheidung zwischen Korrelation und Kausalität.
Ich übernehme keine KI-generierte Aussage als gesicherten Fakt, die ich nicht fachlich vertreten oder anhand geeigneter Quellen überprüfen kann.
4. Meine Qualitätskontrolle
KI-generierte Ergebnisse werden von mir nicht automatisch übernommen.
Je nach Aufgabe prüfe ich unter anderem:
Fachliche Richtigkeit und Plausibilität – Ist die Aussage nachvollziehbar und ausreichend abgesichert?
Strategische Stimmigkeit – Passt das Ergebnis zum Unternehmen, seinem Geschäftsmodell, seiner Positionierung und seinen Zielen?
Logik und Konsistenz – Gibt es Widersprüche, unzulässige Schlussfolgerungen oder wechselnde Begriffe?
Zielgruppenrelevanz – Ist das Ergebnis verständlich, relevant und glaubwürdig?
Quellenqualität – Sind Tatsachenbehauptungen, Zahlen oder wissenschaftliche Aussagen ausreichend belastbar?
Sprache und Markenpassung – Ist die Formulierung präzise und individuell oder lediglich eine gut klingende, aber austauschbare KI-Antwort?
Ergebnisse können anschließend überarbeitet, kombiniert, weiterentwickelt oder vollständig verworfen werden.
5. Warum ich KI bewusst einsetze
Für mich bedeutet professionelle Arbeit nicht, auf leistungsfähige Werkzeuge zu verzichten. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt werden.
KI kann wiederholbare und zeitintensive Arbeitsschritte erheblich beschleunigen. Dadurch kann ich mehr Zeit auf das verwenden, was meine eigentliche Leistung ausmacht: Zusammenhänge verstehen, Informationen einordnen, differenzieren, hinterfragen, strategische Entscheidungen treffen und Komplexität reduzieren.
Meine Auftraggeber bezahlen deshalb nicht dafür, dass ein Ergebnis möglichst umständlich hergestellt wurde. Sie bezahlen für meine Expertise, meine Analyse, meine Entscheidungen und ein individuelles, fachlich fundiertes Ergebnis.
Gerade in Wissenschaft und wissensbasierter Arbeit sehe ich darin eine Chance: Neue Werkzeuge sollten wissenschaftliche Standards nicht ersetzen oder absenken. Richtig eingesetzt können sie uns jedoch dabei helfen, Informationen umfassender zu verarbeiten, Annahmen systematischer zu hinterfragen und Erkenntnisprozesse effizienter zu gestalten.
Fortschritt entsteht für mich nicht dadurch, neue Möglichkeiten abzulehnen, sondern dadurch, sie verantwortungsvoll zu nutzen.
6. Vertraulichkeit, Datenschutz und Originalität
Mit Informationen meiner Auftraggeber gehe ich auch beim Einsatz von KI sorgfältig um.
Je nach Sensibilität, eingesetztem System und Projekt können Informationen reduziert, abstrahiert, anonymisiert oder vollständig von einer KI-Verarbeitung ausgeschlossen werden. Besonders sensible Informationen, personenbezogene Daten, Geschäftsgeheimnisse und andere vertrauliche Inhalte behandle ich mit entsprechender Zurückhaltung. Besondere Anforderungen können projektbezogen vereinbart werden.
Auch KI-generierte Inhalte betrachte ich nicht automatisch als originär, rechtlich unbedenklich oder veröffentlichungsfähig. Fremde Inhalte, Wettbewerbertexte, vermeintliche Zitate oder Quellen werden nicht einfach übernommen. Bei rechtlich sensiblen Fragestellungen kann eine zusätzliche fachjuristische Prüfung erforderlich sein.
Verantwortung bleibt menschlich
KI kann analysieren, formulieren, vergleichen und Vorschläge entwickeln. Sie kann aber keine Verantwortung übernehmen.
Diese liegt bei mir.
Ich entscheide, welche Informationen relevant sind, welche Interpretation ich für tragfähig halte, welche Empfehlung ich ausspreche und welches Ergebnis ich meinen Auftraggebern vorlege.
Dabei arbeite ich nach bestem Wissen und Gewissen und mit dem Anspruch größtmöglicher fachlicher Sorgfalt. Sorgfalt bedeutet jedoch nicht Unfehlbarkeit. Irrtümer, Fehleinschätzungen oder eine später veränderte Erkenntnislage lassen sich auch bei sorgfältiger menschlicher Arbeit nicht vollständig ausschließen – mit wie ohne KI.
Deshalb verstehe ich Qualität nicht als Versprechen absoluter Fehlerfreiheit, sondern als Verpflichtung zu einem sorgfältigen, nachvollziehbaren und kritischen Umgang mit Informationen, Quellen, Werkzeugen und den eigenen Schlussfolgerungen.
KI unterstützt meine Arbeit. Sie ersetzt weder mein Urteil noch meine Verantwortung.